Mit der Präimplantationsdiagnostik, kurz PID, können bei einem durch In-Vitro-Fertilisation erzeugtem Embryo bestimmte Erbkrankheiten und Besonderheiten der Chromosomen erkannt werden, bevor der Embryo überhaupt in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Damit wird die Präimplantationsdiagnostik zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt, als beispielsweise die Pränataldiagnostik (PID).

In Deutschland ist die Präimplantationsdiagnostik verboten (http://webarchiv.bundestag.de/archive/2007/0814/aktuell/presse/2001/pz_010313.html).

Eine Untersuchung an einem Embryo, der noch nicht eingesetzt wurde, sorgt für Kritik. So könnte es durch den Einsatz der PID zu einer künstlichen Selektion führen. Und Behinderte durch diese Selektion könnten diskriminiert werden. So könnten Versicherungen die Zahlungen für behinderte Kinder einstellen, da sie ja durch die Präimplantationsdiagnostik verhindert werden könnten. Doch nicht nur das behinderte Kind, sondern auch seine Eltern könnten von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Aber auch der Einsatz als Untersuchung des Embryos für die Eignung als Organ- bzw. Gewebespender für ein bereits lebendes erkranktes Geschwisterkind ist kritisch. Wie fühlt sich das Kind, wenn es herausbekommt, dass es nur gezeugt wurde, um ein Organ seinem Geschwisterchen zu spenden?

Befürworter hingegen spielen die möglichen Risiken der PID herunter. Auch weisen sie darauf hin, dass eine spätere Abtreibung durchaus möglich und erlaubt ist, auch dann, wenn eine Behinderung festgestellt wurde. Dann aber ist das Leiden bei der Frau wesentlich höher und durch den Verbot der PID würde man dieses unnötiges Leiden erlauben, ja sogar vorschreiben.

Kommt es nach der PID und dem anschließenden Transfer der Embryonen zu einer Schwangerschaft, werden die Befunde der PID meist durch Methoden der Pränataldiagnostik (PND) überprüft.

Die Risiken der Präimplantationsdiagnostik sind im Prinzip die selben wie bei der IVF/ICSI ohne PID. So kann es beispielsweise zu Mehrlingsschwangerschaften kommen oder es bestehen hohen psychischen Belastungen durch die Hormonbehandlung.